Scanner-Persönlichkeit denkt nach
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Die Scanner-Persönlichkeit

Die Scanner-Persönlichkeit: Heute eine Webseite erstellen, morgen Kajakfahren. In zwei Wochen Berggipfel erklimmen oder auf Veganismus umsteigen. Ich spreche von Menschen, die gefühlt jede Woche etwas Neues ausprobieren und dabei die Begeisterung eines lebensfrohen Kindes an den Tag legen. Man erkennt sie auch daran, dass sie einmal begonnene Dinge häufig nicht zu Ende bringe. Die Spannung erlischt und das Thema wird langweilig. Außerdem wartet, das nächste spannende Hobby sowieso schon.
Erkennst du dich an dieser Stelle wieder? Machst du vielleicht nicht alles zu 100%, dafür aber immer mit vollem Elan? Dann bist du vermutlich anders, und das ist überhaupt nicht schlimm. Vermutlich hast du einfach nur eine sogenannte Scanner-Persönlichkeit.

Was bedeutet Scanner-Persönlichkeit?

Den Begriff „Scanner“ hat die US-Autorin Barbara Sher geformt.
In ihrem Buch „Du musst dich nicht entscheiden, wenn du tausend Träume hast“ beschreibt sie, wie der Charakter eines Scanners aussieht. Dort finden sich Sätze wie: „Ich mache wahnsinnig gerne viele verschiedene Dinge, aber ich kann mich auf keins dauerhaft konzentrieren oder länger dranbleiben“. „Ich verliere plötzlich die Lust an Dingen, auch wenn ich anfangs dachte, sie würden mich bis an mein Lebensende interessieren“. Auch findet sich dort der Satz: „Etwas Neues zu lernen, macht mir Spaß – aber sobald ich weiß, wie es geht, langweilt es mich.“ Scanner durchleuchten und scannen viele Themengebiete oder Dinge des Alltags und wenden sich dann – wenn sie fertig gescannt haben – neuen Interessen zu. 

Die Autorin schreibt dazu: „Wenn Sie einen dieser Sätze schon einmal zu sich selbst gesagt haben, sind Sie vermutlich ein Scanner. Im Grunde genommen jemand, der auf ganz besondere Weise denkt und fühlt. Im Gegensatz zu Menschen, die langfristig mit einem einzigen Interessengebiet zufrieden sind, sind Sie genetisch so strukturiert, dass Sie sich für viele Dinge interessieren.“ Barbara Sher erklärt auch das Dilemma der Scanner: Ihr Multitalent wird von Menschen in ihrer Umgebung als seltsam wahrgenommen. Oftmals erwecken Scanner auch den Eindruck, sie seien introvertiert oder nicht in der Lage etwas zu Ende zu bringen.

Was bedeutet das für den Alltag?

Da für die Scanner-Persönlichkeit eine Tätigkeit oder ein Hobby nie auf Dauer erfüllend oder befriedigend ist, sind sie öfters unzufrieden oder empfinden Langeweile. Auch beruflich ist es eine Herausforderung, weil hier häufig die Abwechslung fehlt. Oft wird der Hintergrund dieser Empfindungen nicht erkannt. Berufliche oder private Veränderung bringt nur Anfangs Erfolg.

Das macht eine Scanner-Persönlichkeit aus:

  • Sind immer neugierig und interessieren sich für eine Vielzahl von Themen
  • Können sich schlecht auf eine Sache konzentrieren oder verlieren schnell die Lust daran
  • Wollen in einem Themengebiet keine Experten sein
  • Ihr Wissen geht mehr in die Breite als in die Tiefe
  • Sind sehr kreativ
  • In vielen Bereichen begabt
  • Wollen am liebsten alles immer gleichzeitig machen
  • Können nur schwer und unter großem Stress Entscheidungen treffen
  • Schweifen oft mit ihren Gedanken ab und gelten als Tagträumer
  • Sind empathisch und können sich gut in andere Menschen hineinversetzen
  • Verfügen über eine sehr gute Intuition
  • Bnner beobachten gerne alles um sich herum
  • Wirken introvertiert, da Gespräche oft weniger spannend sind

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